Macht hoch die Tür, das Herz macht weit!

Warum Adventskalender mich ungewohnt rührselig machen…

Was ihr von mir erwartet: Dass ich nun schreibe, dass Adventskalender im kapitalistischen Sinne schrecklich sind. Ein Mittel, um uns Geld aus der Tasche zu ziehen. Konsum, Konsum, Konsum. Geht gar nicht. Was ich schreibe: Alles richtig. Und wundervoll.

Adventskalender bedeuten mir unheimlich viel. Und zwar nicht, weil ich damit Unternehmen helfe, ihren Gewinn im letzten Quartal noch einmal kräftig zu steigern, sondern einfach, weil ich finde, dass sie viel mehr sind als umweltschädlich verpackte, kitschige Konsumgüter. Sie sind ein in Plastik und Schokolade (Schrägstrich: Gummibärchen, Alkohol, Bier, Knabberzeug, Socken, Tee,…) gegossener Ausdruck von Liebe.

Erfunden wurde der Adventskalender übrigens vor circa 200 Jahren von einer Mutter. Das nur mal so am Rande. Aber allein das zeigt mir schon seine Bedeutung: Liebe, Liebe, Liebe. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass sie ihn nicht gebastelt hat, um ihrem Sohn eine neue Geschäftsidee aufzuzeigen (die er – zufällig Verleger – tatsächlich draus gemacht hat), sondern um seine Vorfreude auf Weihnachten zu steigern. Einfach aus Liebe.

Dabei spielt es für mich nur eine untergeordnete Rolle, ob wir selbst zu Schere, Klopapierrollen und Ähnlichem greifen oder zu einem fertig verpackten Kalender eines der Süßigkeiten-Hersteller. Allein der Gedanke zählt. Ich möchte, dass jemand, den ich liebe, weiß, dass ich an ihn gedacht habe. Dass ich ihn liebe. Dass ich mir Gedanken gemacht habe. Dass ich meiner Liebe in Form von Vorfreude Ausdruck verleihen wollte.

Es geht auch nicht darum, den perfekten Adventskalender zu verschenken. Oder massenhaft Geld zu investieren. Es geht nur in fünfter Linie darum, was hinter den Türchen steht. Es geht einfach um den Gedanken. Und damit drückt der Adventskalender das aus, was Weihnachten für mich sein sollte: Das Fest der Liebe im Sinne von: Ich denke an dich! Ich nehme dich wahr, dich, deine Bedürfnisse. Ich besinne mich auf euch alle, auf das Miteinander.

Mei, das war jetzt ungewöhnlich rührselig. Macht es ein Fluch wieder wett? Verdammte Vorweihnachtszeit!

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