Coming of Pageturner-Bestseller

Warum mich Schlagworte auf Buchrücken nerven …

Über 200.000 Bücher erscheinen Jahr für Jahr auf dem deutschen Buchmarkt. Klar können wir die nicht alle lesen. Ganz zu schweigen von kaufen. Trotzdem wollen die deutschen Verlage natürlich überleben. Also verkaufen. Sie müssen uns also dazu bringen, ausgerechnet ihre Werke haben zu wollen. Und das geschieht leider oft nicht über Inhalt, sondern über nichtssagende Schlagworte.

Mich ärgert es, wenn auf einem Buchrücken nur steht, was Literaturkritiker und Promis das Buch eines Autors hat – das oft nicht mal was mit dem in meiner Hand zu tun hat –, statt mir zu erzählen, worum es eigentlich geht. Und dann stehen da noch so ein paar Worte: Coming-of-Age-Roman, Bestseller, Pageturner, Jahrhundertsaga,… Gerne englisch, gerne wertend. Aber absolut bedeutungslos für den Inhalt des Buchs.

Schon mal in den Buchladen gegangen und zum Händler gesagt: „Ich suche einen Jahrhundertroman im Bereich Young Adult-Fantasy-Crossover mit Bestsellergarantie.“? Sollte man vielleicht mal ausprobieren, obwohl es da natürlich die Falschen trifft.

Liebe deutsche Verlage, was euch ausmacht und auch ausmachen sollte, das sind doch eure Inhalte. Warum also werbt ihr nicht mit diesen? Warum beschreibt ihr den Inhalt nicht einfach spannend, sodass ich so angefixt bin, dass ich das Buch unbedingt haben will? Warum werft ihr uns unsinnige Verkaufsargumente vor die Augen, sodass wir uns fühlen wie beim Homeshopping-Kanal? Kommt als nächste die 2 für 1-Aktion für Bücher?

Natürlich verstehe ich die Wichtigkeit von Marketing. Mir erschließt sich lediglich nicht, warum das im Bereich der Literatur gegen den Inhalt gehen muss. Halten die Verlage unsere Kultur tatsächlich für zu schnelllebig, um sich für Inhalte zu interessieren? Wenn das der Fall ist, dann können sie es ja auch eigentlich gleich ganz lassen, oder?

Ich hoffe, euch hat dieser freshe Content hier gefallen und ihr liked ihn – wo auch immer. Christoph Maria Herbst würde es bestimmt gut finden. Oder der Focus. Oder so.

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