Fashion-Victim, du Opfa!

Zwangsjumpsuit
Warum Jumpsuits für mich die Ausgeburt des Antifeminismus symbolisieren…

Jumpsuits. Ein Anzug, in den man reinhüpft. Meist aus wallenden, bunten, hippieesken Stoffen. Voll bequem. Luftig, locker, leicht, uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Eigentlich müsste das genau meins sein. Und? Was ist? Ich hasse die Dinger. Aus politischen Gründen. Denn sie stehen für mich für die Unterdrückung der Frauen im Sinne der Mode. So, jetzt hab ich’s rausgehauen.

Warum? Weil man mit ihnen nicht anständig auf die Toilette gehen kann. Um dieses Bedürfnis zu erfüllen, muss man seinen kompletten Oberkörper entkleiden. Denn Jumpsuits sind zwar stylish, bequem und bunt, aber eben auch eins: eins. Einteiler. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat. Jemand, der nie mal muss (aber: Jeder Hippie muss mal Pipi…)? Ein Mann?
Macht ja aber nix. Mit Frauen kann man (ich lasse das mal in seiner Doppeldeutigkeit stehen) das ja machen. Wir haben schließlich von frühester Kindheit an eingetrichtert bekommen, dass leiden muss, wer schön sein will, dass die Prinzessin ein wallendes Kleid trägt, das sie einschnürt, dass nur lange Haare weiblich sind, wenngleich unbequem, dass Schminken eben dazugehört und sooo viel Spaß macht. Mit uns kann man es nicht nur machen, wir lassen es auch scheinbar gerne mit uns machen.
Und so steht der Jumpsuit für mich dafür, dass wir uns lieber dem Diktat der Mode unterwerfen, als mit gutem Gefühl öffentliche Toiletten besuchen zu können, auf denen der Jumpsuit dann in den Ergüssen unserer Vorgängerin schleift. Ich vertiefe das nicht.
Und so sind wir Fashionvictims, Opfer der Mode, Fashionaddicts, abhängig davon, und wir werfen auch noch lustig, mit diesen Begriffen um uns, als seien sie positiv, als seien sie Auszeichnungen. Wir tragen Playboy-Bunnies, ohne uns Gedanken zu machen, was da eigentlich hintersteht, wir zwängen uns in zu kleine Jeans, wir machen Diäten, wir tragen hohe Hacken. Man hat das eigentlich nicht nötig – Mann hat das viel seltener nötig. Warum eigentlich? Warum sind Fashionvictims und –addicts so oft weiblich? Sozialisation? Schwaches Geschlecht?
Jeder, wie er lustig ist. Hübsch sind die Dinger ja. Ich denke nur: Genauso hübsch wäre eine Wallehose mit Walle-Oberteil. Wieso muss das so zusammenhängen, dass es uns das grundlegendste Bedürfnis der Welt so schwer macht? Und wieso gibt es da eigentlich keinen Aufstand? Kein Twitter-Gewitter? Keine Protestwellen gegen? Oder zumindest eine kleine Klappe untenrum?

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