Bravo, Fotos!

Warum ich Fotolovestories total schlechttoll finde …

Schwelgen wir doch mal wieder kurz in der Vergangenheit und geben uns der Verklärung hin: Erinnert ihr euch noch an die Fotolovestories aus Bravo und anderen (Mädchen-)Zeitschriften? Diese schlecht drapierten Zeitschriften-Novelas, in denen es um Liebe, Triebe, Freundschaft, Intrigen ging? Immer mit Happy End und unglaublich schlecht inszeniertem Kuss am Ende? Mit völlig unrealistischen Vorstellungen der Welt und der Liebe? Ach, war das schön!

Wie geschrieben, wenn man sich diese Bilder und Geschichten heute anguckt: fürchterlich. Und erheiternd. Warum gibt es sowas eigentlich nicht für Erwachsene? Warum müssen wir Schundromane lesen, statt uns der Einfachheit schlecht fotografierter Bilder plus Sprechblasen hingeben zu dürfen? Auf dass der Schund noch schundiger würde?

Vergleichbar ist das Ganze ja ein wenig mit Stars- und Sternchenfotografien in Zeitschriften, die präferiert ein „Frau“ im Titel tragen. Aber da habe ich ja zwei Probleme mit: Die Fotos entstehen nur semi-gewollt von den Fotografierten – Stichwort: Paparazzi-Alarm – und zum anderen fehlt hier einfach die Fiktion. Wobei das je nach Text gerade in der erwähnten regenbogenfarbenen Presse natürlich auch wieder strittig ist. Aber ob jetzt Prinz Peter Krebs hat oder Herzogin Laura ihr Kind vernachlässigt, find ich dann doch deutlich weniger amüsant, als die hochgradig spannende Frage, ob sich Jens und Jule nun am Ende bekommen oder die böse Joy doch noch dazwischenfunkt. Da ist der Amüsierfaktor und der Respekt einfach ein anderer.

Ich möchte mich so gerne hin und wieder mal in richtig bescheuerte, schlecht gemachte Geschichten, schlechte Inszenierungen stürzen. Möchte mich dem Schund und dem Kitsch und der Friede-Freude-Eierkuchen-Welt hingeben. Ganz simpel, ohne viel Aufwand. Aber irgendwie fehlt das Angebot für meine Altersgruppe.

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