Frauenp-aua

Warum ich den Begriff Frauenpower als längst überholt erachte …

Starke Frauen finde ich super. Frauen, die sich für ihre Träume und Werte einsetzen, sich engagieren, gegen oder – noch besser – für etwas stehen und kämpfen. Vielleicht gegen Widrigkeiten. Vielleicht sogar gegen den Mainstream. Im Großen und im Kleinen. Weil sie es für richtig halten. Die sie selbst sind. Die sich nicht gesellschaftlichem Blödsinn unterordnen. Die für ihre Meinung stehen. Starke Frauen finde ich super. Nur: Starke Männer genauso. Und zwar für das gleiche.

Trotzdem habe ich den Begriff Männerpower noch nie gehört. Vielleicht Manpower, aber dann meint er nicht dasselbe. Es gibt meistens nur die feministische Frauenpower, die hervorgehoben wird und scheinbar werden muss. Denn frau per se ist offenbar nicht automatisch stark, während das von mann erwartet wird und Standard ist.

Das ergibt für beide Seiten eine blöde Situation: Frau muss sich besonders hervortun, um als stark zu gelten. Besondere Leistungen erfüllen. Dann bekommt sie dafür total viel Anerkennung, im privaten Umfeld oder sogar in der Öffentlichkeit. Mann dagegen kann sich abrackern, wie er will, dieselbe Leistung wird vermutlich schnell als normal abgetan und eben nicht speziell gewürdigt. Klischees ahoi.

Denn diese Klischees und Einordnungen unterteilen Leistungen in unserer Gesellschaft nach Geschlechtern auf. Das empfinde ich als nicht stimmig. Und unsinnig. Macht jemand etwas Gutes, sei es im Kleinen oder auf der großen Gesellschaftsbühne, dann sollte das nicht gendertechnisch gewertet werden. Oder anders: Es sollte vollkommen wumpe sein, welches Geschlecht hinter einer Leistung steckt, die Leistung an sich und die Person hinter ihr sollten zählen. Jede Person. Jede Leistung. Aber eben nicht, ob derjenige nun Brüste oder einen Schniedelwutz hat. Oder beides.

Das ist aber die uralte Krux am Feminismus: Es sollen immer nur die Frauen gefordert, gefördert und honoriert werden, weil die ja ach so benachteiligt sind. Bei den Männern wird – feministisch – ein Automatismus vorausgesetzt. Daraus wird eine unfaire Behandlung von Frauen abgeleitet, die aber zu einer unfairen Behandlung auf beiden Seiten führt, statt das Problem produktiv anzugehen. Sollten wir heute nicht einen Schritt weiter sein?

Meiner Meinung nach handelt es sich beim Feminismus also inzwischen um ein überholtes Konzept. Uh, gewagte Hypothese, hm? Ich predige mal wieder den Genderismus: Ja, besondere Leistungen sollen unbedingt honoriert werden. Demjenigen, der sie vollbracht hat, soll Ehre zuteil werden. Gerne auch offen und öffentlich. Aber eben nicht geschlechtsabhängig.

Wenn eine Frau an die Spitze eines Automobilkonzerns kommt, sollte das genauso erwähnenswert sein wie ein Mann, der diese Führung übernimmt. Hallo? Beide Menschen (!) haben richtig was erreicht auf der Karriereleiter. Und die alleinerziehende Mutter von zehn Kindern, die ganz nebenbei noch ehrenamtlich Flüchtlinge und behinderte, schwarze Senioren betreut, bringt exakt so eine tolle Leistung wie der Mann. Nur weil sie kleiner ist, weniger wiegt, weniger Muskeln hat und als Kind mit Puppen gespielt hat, heißt das nicht, dass sie weniger leisten kann oder muss. Hauptsache ist doch, dass jeder das leistet, was er leisten möchte und kann.

Ich bin übrigens auch für die Abschaffung von geschlechtlich unterteiltem (Leistungs-)Sport. Hier finde ich eine Klassifizierung nach Gewicht, Größe etc. wesentlich sinnvoller. Und ich persönlich fänd gemischte Mannschaften (oder Frauschaften? Oder Menschschaften?) auch spannender anzuschauen. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal gelesen werden.

In diesem Sinne: Menschen, Power!

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