Lord der Triebe

Warum ich seit Langem mal wieder eine Rezension schreiben MUSS…

Vielleicht liegt der Fehler ja bei mir? Vielleicht hätte ich von Anfang an wissen sollen, dass ein historischer Roman einer US-Amerikanerin namens „Ein Lord mit besten Absichten“ einfach schlecht sein muss? Dass meine Erwartungen einfach zu hoch waren?

Ich schreibe ja nicht mehr oft Rezensionen zu Büchern, aber in diesem Fall muss es leider mal wieder sein. Was ich wollte, als ich mich im digitalen Hörbuchladen für Katie MacAlisters Roman entschieden habe, war Folgendes: Nette, historische Unterhaltung, etwas zum Schmunzeln, eine nette Geschichte. Ich könnte auch sagen: seichte Unterhaltung für zwischendurch. Sooo hoch waren meine Erwartungen also eigentlich gar nicht. Und selbst die hat MacAlister grandios untertroffen.
Denn was ich bekommen habe, war Folgendes: ein Softporno, vollkommen fernab jeglicher, jeglicher Realität mit unfassbar großem Nervfaktor.
Da verliebt sich ein gutaussehender Lord in ein naives, junges Ding (ich könnte auch schreiben: DUMM, unfassbar hohlfrittig). Sie heiraten, sie soll seinen Ruf aufpolieren, weil er – schade – leider seine Exfrau umgebracht haben soll. Aus lauter Schock darüber redet übrigens sein Sohn nicht mehr.
Dumm-Naivchen rettet aber nicht nur mal eben ihren in Rache nackt ans Bett gefesselten Ehemann, bringt den Sohn wieder zum Reden und sorgt trotz Ungeschick (und erwähnte ich eine unfassbare Dummheit?) für eine Aufbesserung seines Rufes, sondern gründet mal eben eine Mätressenvereinigung und ist selbst die beste ihres Mannes.
Der wiederum hat so ein aufregendes, lustiges Ding zwischen den Beinen baumeln, von dem Dumm-Naivchen noch gar nichts wusste und dass ihr sooo dolle Freuden bereitet, dass ich alle zwei Minuten hätte kotzen können, vor Fremdscham.
Was möchte uns MacAlister mit diesem Buch sagen? Wie großartig und lustvoll die damalige Zeit war? Dass Orgasmen und Gleichberechtigung absolut nicht zusammengehen? Dass es vollkommen gleich ist, wie intelligent frau ist, solange sie pralle Brüste und schöne Beine hat? Nein, ich komme nur zu einem Ergebnis: MacAlister zeigt uns allen, wie leicht es scheinbar ist, mit schlechten Geschichten eine Menge Geld zu machen, denn „Ein Lord mit besten Absichten“ ist nur der Auftakt einer ganzen Reihe!
Wenn ihr euch selbst etwas Gutes tun wollt, dann lest bitte etwas anderes und verschwendet eure wertvolle Zeit lieber, indem ihr euch bildet.

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