Mein Müll und ich.

Warum ich versuche, die absolute Sauberkeit NICHT mehr zu erreichen …

Wenn ich gestaubsaugt habe und just den Staubsauger im Schrank verstaut, dann entdecke ich garantiert innerhalb der nächsten fünf Minuten eine Wollmaus. Wenn ich die Spülmaschine angestellt habe, steht garantiert eine schmutzige Tasche auf dem Tisch. Wenn ich die Waschmaschine angeworfen habe, dann entdecke ich bei meiner Rückkehr in die Wohnung garantiert ein schmutziges Handtuch. Wenn das Katzenklo frisch duftet, setzt ganz sicher innerhalb von fünf Minuten eine Mieze ein Pu-Häufchen hinein. Und wenn ich den Gelben Sack runtergebracht habe, kommt an dem Tag garantiert eine Paketzustellung voller Luftpolsterfolie. Bin ich verwirrt oder kennt ihr dieses Phänomen auch? 

Nach dem Müll und nach der Wäsche, das ist garantiert immer ein Vor dem Müll und Vor der Wäsche. Klar endet das Ganze nie, und wir können uns selten mal zurücklehnen und sagen: alles sauber, alles erledigt, aber deprimierend ist das Ganze ja schon irgendwie. Bin ich da zu sehr Deutsch? Zu verkopft? Um nicht zu sagen: Liegt es einfach an meiner Einstellung?

Reg dich nicht uff, Schätzelein. Das versuche ich nun also zu etablieren. Reinemachen ja. Spülen nach dem Essen? Ja. Zähneputzen übrigens auch, aber das ist ein anderes Thema. Das sind Sachen, die mir Ömi mit auf den Weg gegeben hat. Wie die guten alten Weisheiten, dass man frische Unterwäsche anzieht, falls man ins Krankenhaus kommt, und dass an Sonntagen nicht gewaschen wird.

Ich höre also nicht auf mit Saubermachen. Wenn Besuch ansteht, dann ist es vielleicht auch noch ein bisschen saubererer als sonst. Die German Gründlichkeit verlangt es irgendwie so von mir. Man tut das so. Aber: Wenn mir nach dem Staubsaugen die berüchtigte Wollmaus begegnet, dann versuche ich mittlerweile, sie einfach mal da liegen zu lassen bis zur nächsten Saug-Orgie. Vielleicht werfe ich ihr (okay, eher den Katzen) ein Stückchen Käse hin. Vielleicht – so zumindest das Prinzip Hoffnung – trägt das ja mal zur allgemeinen Entspannung bei. Vielleicht kommt dann auch weniger Besuch, weil es schmuddelig bei mir ist – und, hey, dann muss ich noch seltener aufräumen!

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