Centnerschwerer Schrott

Warum ich es goldrichtig finde, auf Münzgeld zu verzichten…
Münzgeld

Früher hat man Milch gegen Wolle getauscht. Oder Brot gegen Strickjacke. Oder so. Jedenfalls getauscht. Bis irgendwann nicht mehr reine, nützliche Naturalien, sondern auch Muscheln, Münzen und Scheinchen getauscht wurden. Der Anfang vom Ende.

Aber jetzt gibt es neue Hoffnung: Supermärkte fangen an, aufzurunden. Dann zahlt man eben nicht mehr 99 Cent für Ofenbaguettes, sondern 1 Euro. Schwupps kriege ich an der Kasse nicht mehr 1 Cent in die Hand gedrückt, den ich zuhause in meinen Sparstrumpf werfen kann, an dem ich doch nie reich werde. Leider kann ich ihn dann nicht mehr wochenlang in meinem Portemonnaie rumschleppen und mich wundern, warum zur Hölle eigentlich meine Tasche so schwer ist. Und ich kann ihn auch nicht zufällig verlieren und jemand anderem auf diese Weise Glück beschweren. Das Leben ist nicht leicht.

Oder doch? Denn sind wir mal ehrlich: Wäre es nicht viel leichter, wenn es kein Münzgeld mehr gäbe? Ein bisschen wie in den USA mit 1-Dollar-Noten… Keine centnerschwere (man beachte das Top-Wortspiel, das ich übrigens Kollegen geklaut habe) Geldbörse mehr, keine stinkigen Finger, kein Rubbeln an Ticketautomaten, weil das blöde Ding die Münze einfach nicht nehmen will und ich kurz davor bin, den Zug zu verpassen. Das hat doch schon was.

Ich gehe sogar noch weiter: Warum eigentlich überhaupt noch Geld? Kann nicht alles elektronisch ablaufen in unserer vermeintlich so fortschrittlichen Zeit? Warum mir meine Hände an diesem uralten, unhygienischen Zahlungsmittel schmutzig machen, wenn ich doch einfach meine eigene Karte irgendwo drüberziehen könnte? Oder meinetwegen auch mein Handy (wobei ich persönlich das ein wenig gruselig finde).

Vertrauen in elektronisches Geld hin oder her, es hat seine Vorteile. Und all die Nachteile (Unsicherheit, kann geklaut werden, Datenverlust), werden ad absurdum geführt, wenn man vergleicht: Auch Bargeld kann gestohlen werden, auch beim Bargeld kann mir falsch herausgegeben werden, vor Datenverlust können sich so viele Deutsche nicht fürchten, wenn mehr als jeder Vierte bei Payback angemeldet ist.

Also? Ich plädiere langfristig auf jeden Fall für die komplette Abschaffung von Bargeld. Langfristig, weil die Deutschen langsam im Denken sind, was sowas angeht. Das muss ein bisschen klirren und klingeln im Kopf.

Nur für zwei Fragen fällt mir keine Lösung ein: Womit bezahlen wir in Zukunft Straßenmusiker? Und: Worin badet Dagobert dann?

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