Eine Art Veredelung

Warum mein Kunstverständnis reifen musste wie guter Wein…

Es ist ungefähr zehn Jahre her, dass ich gegen meinen Willen ein Museum moderner Kunst besuchen musste… äh… durfte. Ich habe weitgehend gelitten. Natürlich fand ich es schon immer toll, zu diskutieren, aber ich war so sehr anti, dass ich das meiste dort als vollkommen sinnlosen Meta-Bullshit abgetan habe. Und es mir damit deutlich zu einfach machte. Continue Reading “Eine Art Veredelung”

The Garden State

Warum überpflegte Gärten für mich ein Zeichen des Spießertums sind…

Es gibt sie akkurat gepflegt. Es gibt sie wild. Es gibt sie exakt unterteilt. Es gibt sie ohne erkennbare Struktur. Es gibt sie mit allerlei Accessoires. Es gibt sie natürlich, ohne Klimbim. Ich rede nicht von Herrenbärten. Ich rede von deutschen (Vor-)Gärten. Ganz egal, wie sie aussehen: Sie verraten immer so viel über ihre Gärtner. Continue Reading “The Garden State”

Ein Ring, sie zu knechten

Warum mir die Ehe nicht (mehr?) heilig ist…

„Halt dich bloß von einem verheirateten Mann fern.“, riet eine Freundin der anderen, als diese sich in einen solchen verliebte. „Tu, was du für richtig hältst.“, meinte ich und erntete dafür diverse hochgezogene Augenbrauen. Mir ist die heilige Ehe nicht heilig. Mal wieder böses Mädchen ich. Continue Reading “Ein Ring, sie zu knechten”

Wortschatz: Wunderbar!

Wunderbar ist ein wundervolles Wort. Wundervoll übrigens auch. Zuerst hatte ich mich gewundert – Riesenwitz, ihr versteht? – Warum denn wunderbar? Bar jeder Wunder? Ohne Wunder also? Das drückt es ja eben nicht aus. Aber die Recherche hat mir verraten, dass die deutsche Endung -bar eigentlich nur eine Möglichkeit darstellt. In diesem Fall also die Option auf ein Wunder. Ist das nicht wunderbar? Alles, was wir wunderbar finden, beinhaltet folglich die Möglichkeit eines Wunders. Die Möglichkeit, etwas zu sehen, zu erleben, zu riechen, zu schmecken, wahrzunehmen, was wir gar nicht fassen können. Was wir außerhalb jeglicher irdischer Macht betrachten. Denn Wundern selbst kommt aus dem Althochdeutschen (wuntar) und drückt Erstaunen aus.
Also: Haltet öfter mal inne, seht die kleinen Wunder, erfreut euch an ihnen, und drückt das auch aus!

Iiiih, kompliziert!

Warum „kompliziert“ nicht schlimm ist, sondern ein Zeichen von Verstand…

Eine Frau muss heutzutage vieles sein: jung, schön, karriereorientiert, eine gute Mutter von zwöfzig Kindern, dünn, humorvoll, ein guter Kumpel und vielleicht noch ein paar andere locker zu managende Attribute. Was sie nicht sein darf, ist „kompliziert“. Was auch immer das bedeuten mag. Continue Reading “Iiiih, kompliziert!”

Stop foodshaming!

Warum es wichtig ist, auf dem eigenen Teller zu bleiben…

Es ist kein Geheimnis, dass wir in einer wertenden, korrigierenden und auf Äußerlichkeiten fixierten Gesellschaft leben. Da ist Bodyshaming ein großes Thema. Viele Menschen leiden unter utopischen Schönheitsidealen – entweder durch direkte Kommentare anderer Personen oder durch Werbung, TV-Shows und nicht zuletzt medialer Darstellung gephotoshopter Körper. Continue Reading “Stop foodshaming!”