Bunny in der Grube


Warum ich den Häschentrend chauvinistisch und dumm finde…

Bald ist Ostern. Dann geht die Zeit der Häschen wieder richtig los. Warum nur habe ich in letzter Zeit immer öfter den Eindruck, dass ganzjährig Ostern ist? Der Playboy ist schuld. Wir erinnern uns? Diese Zeitschrift, über die wir früher tuschelten und die noch heute als hochwertiges, unschmutziges Männermagazin gilt?

Ein Playboy ist ein Lebemann. In den 50er/60er-Jahren hauptsächlich bekannt als jemand der Geld hatte (woher auch immer) und infolgedessen auch Frauen (WEIL er Geld hatte). Er musste nicht arbeiten, sondern konnte den schönen Dingen des Lebens frönen: Frauen. Heirat war ihm fern, Promiskuität nah. Ein herrliches Leben.
Hugh Hefner war eigentlich nicht unbedingt so einer und gründete zu dieser Zeit eben doch den Playboy. Zum Dandy wurde er vermutlich erst mit dessen Erfolg alias Geld alias Attraktivität.
Ich gestehe, dass ich erst ein einziges dieser hochwertigen Magazine in der Hand hatte und deren Inhalt tatsächlich nicht ansatzweise verwerflich fand. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn sich Männer nackige Frauen anschauen. Ich habe auch nichts dagegen, wenn sie sich Autozeitschriften angucken. Jeder, wie er lustig ist, solange er niemandem damit wehtut (Kinderpornographie beispielsweise tut immer weh und verteile ich deswegen immer).
Was mich allerdings total nervt, das ist der Hype um den Bunny. Ich kann all die Frauen nicht leiden, die meinen, sich mit Stummelschwänzchen und Hasenöhrchen – und wenig sonst – auf Partys blicken lassen zu müssen. Ich kann all die Frauen nicht leiden, die sich Playboy-Parfum kaufen oder es als Ehre empfinden, im Playboy abgelichtet zu werden. Ich kann auch all diejenigen Männer nicht leiden, die ihren Frauen so etwas schenken.
Hochwertig oder nicht, qualitativ wertvoll oder nicht: Auch der Playboy reduziert Frauen auf ihr Äußeres. Ob das qualitativ gut oder schlecht ist, spielt meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle. Es ist auch vollkommen gleich, ob die Muschmusch zu sehen ist oder nicht, ob die Fotos ästhetisch sind oder nicht – ich denke, da ist auch viel Geschmackssache – es ist und bleibt eine Reduzierung. Es geht nicht um die Leistungen einer Frau, es geht nicht um ihre inneren Werte, es geht rein um ihr Äußeres und ihr Talent zur körperlichen Selbstdarstellung.
Das ist vollkommen in Ordnung und das braucht der ein oder andere vielleicht auch mal, wie ich flache Frauenromane, es geht mir einzig und allein um diese Hochstilisierung zu einem erstrebenswerten Ziel. Warum muss mir als Frau der Playboy bestätigen, dass ich schön genug für diese (Männer-)Welt bin? Warum reicht es mir nicht, wenn mir der Spiegel das sagt oder vielleicht sogar mein Partner? Warum stellen wir uns so gerne als fickbare Objekte dar (Verzeihung, aber was sonst sind rammelnde Langohren?) und zelebrieren diesen Hype auch noch als etwas ganz Tolles?

P.S.: Für alle, die es nicht kennen: Das Jungsheft und das Giddyheft sind mal wirklich neue Ansätze. Mit nackt. Mit “Mädchen-” und “Jungsthemen”. Mit normalen Mensch. Mit ohne Hype.

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