Pet Shop Folks

“I’m a Puppy Girl…”

Ich habe Hundetaschen gesehen. Ich habe Läden in der Innenstadt gesehen, in denen das eigene Haustier stundenweise abgegeben werden konnte. Ich habe Bio-Kochstudios für Tiere gesehen. Ich habe Welpentrainings inmitten von Tierfutterläden gesehen. All das hat mir klargemacht, dass die Mentalität der Amerikaner (uh, Verallgemeinerung) ihren Haustieren gegenüber extremer ist als auf unserem alten Kontinent.

Natürlich gibt es Ausnahmen, natürlich gibt es auch hier Tierfetischisten, die ihre Hunde und Katzen vegan ernähren, aber den alltäglichen Wahnsinn bezüglich dieses Themas erlebe ich hierzulande schon anders. Ich bin selbst Tierhalterin und mache mit Sicherheit nicht alles im Sinne der Artgerechtigkeit richtig, ich gebe lediglich mein Bestes. Aber bei DEN Amerikanern habe ich den Eindruck, dass sie sich um ebendiese Artgerechtigkeit weniger Gedanken machen, weil … Weil sie ihre Haustiere vermenschlichen?!

Ich finde es gut, sich um gutes Futter zu bemühen, ich finde es auch gut, sich über die durchgehende Betreuung der eigenen Tiere Gedanken zu machen, statt sie während des Full-Time-Jobs in der Stadtwohnung verrotten zu lassen. Ich bin nur nicht sicher, ob das Verhätschele auf der einen Seite und die Ignoranz auf der anderen Seite der richtige Umgang ist. Gerade im städtischen Kontext, in den meiner Meinung nach Hunde nur unter sehr guten Bedingungen gehören. Und da kann es auch nicht die Lösung zu sein, sie in einen Betreuungsladen zu bringen, um danach zum Puppy-Indoor-Training zu rennen.

In den USA aber funktioniert das alles getreu dem uramerikanischen Motto: Alles ist möglich. Wie praktisch das ist, den Hund vor der Arbeit schnell im Hundeladen abzugeben. Wie praktisch, dass ich meine neue Katze direkt an der Ladentheke kaufen kann. Egal, woher sie kommt oder was für Charaktereigenschaften sie möglicherweise hat. Es ist ein automatisiertes Kuscheltier, das bestimmte – menschliche – Funktionen übernehmen soll. Sind die Fehlerhaft, kommt es eben wieder zu besagtem Training – oder eben ins Tierheim, wenn mensch vollends überfordert ist. Ich finde nur, das ist nicht weit genug gedacht und wird lebendigen Wesen nicht gerecht. Da unterstelle ich DEM Amerikaner eine gewisse Gedankenlosigkeit (Naivität?), die ich nicht nur als schade empfinde, sondern auch für problematisch, was die Konsequenzen angeht – für das Tier.

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