Wieso, weshalb, warum …

… klatschen wir eigentlich?

Eigentlich ist es ja eine unglaublich primitive und blöde Sache: Da hauen wir unsere Hände rhythmisch oder vollkommen wild aneinander, lachen, jubeln, manchmal trampeln wir sogar zusätzlich mit den Füßen. Das Ganze im Sitzen oder im Stehen, je nach Anlass und ausgelöster Euphorie. Warum? Um jemandem Anerkennung zu demonstrieren. Seit wann? Keinen blassen Schimmer.

Woher dieser Ausdruck der Begeisterung kommt, lässt sich heute schlichtweg nicht mehr feststellen. Die edlen Ritter jedenfalls machten schon mit einem Klopfen auf dem Tisch darauf aufmerksam, dass ihnen etwas gefiel – etwas, das wir in heutigen Hörsälen zum Beispiel immer noch finden. Klatschen und Klopfen sind dabei geräuschtechnisch artverwandt und haben denselben Zweck: Lärm machen. Auch Verabschiedungen funktionieren hin und wieder so, mal schnell auf den großen Tisch geklopft.

Feststeht dagegen, dass das Klatschen unser einziges körperinternes Musikinstrument ist (Stichpunkt: Lärm machen). Wir können singen, aber wem es gelingt, auf seinen Zehen Flöte zu spielen, dem zolle ich Respekt. Machte sich nach der Oper vielleicht auch nicht ganz so gut. Und jedes Mal nach dem Konzert ein Dankes-Ständchen anzustimmen, ist auch nicht so recht passend.

Die Anlässe sind dabei die verschiedensten. Wir tun es beim Konzert, beim Spielen, im Theater, bei Vorträgen oder im Flugzeug. Wir tun es euphorisch oder ironisch. Wir tun es leidenschaftlich oder schlaff. Wir tun es stundenlang oder nur kurz. Wir tun es, weil es alle tun, oder wir fangen selbst damit an. Wir orientieren uns dabei an der Gruppe, wir entwickeln einen gemeinsamen Rhythmus. Auf jeden Fall aber sagen wir den Beklatschten: Gut gemacht, dankeschön! Und dann wird aus einer ziemlich primitiven Geste doch noch was Schönes.

Ich persönlich finde es übrigens nicht fair, dass wir Piloten beklatschen, aber keine Taxifahrer – schon mal darüber nachgedacht?

 

Ach, und hier noch der Klugscheißerfakt: Applaus kommt vom lateinischen applaudere und bedeutet „an etwas schlagen“. Und: Es gibt sogar Applaus-Forscher.

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