Wortschatz: Entwicklung

Ein schönes Wort. Lasst es euch doch bitte mal auf der Zunge zergehen. Entwicklung. Da wird was ausgerollt, was entfaltet, was Neues rausgeholt. In jedem Fall.

Interessant wird das schon, wenn wir es mal bei Wikipedia eingeben: Hui, da gibt es viele Bedeutungen. „Die körperliche und seelische Entwicklung im Zuge des individuellen Lebens“ zum Beispiel. Also, ein Prozess des Lebens. Da entwickeln wir uns nicht nur von Kindern zu Erwachsenen, nein, es wird auch die Raupe zum Schmetterling, und selbst Pikachu erreicht bestimmt irgendwann die nächste Entwicklungsstufe. Wir entrollen uns, wir werden anders, aber mit Dingen, die längst in uns eingewickelt waren, in unserem Inneren lagen.

Auch die Entwicklungsländer finden sich da. Ganz vielleicht entwickeln die nämlich irgendwann eine Wirtschaftsleistung, mit der sie endlich konkurrenzfähig werden und damit zu einem ernstzunehmenden Handelspartner des Westens und Ostens werden dürfen. Heißt aber auch: Die Leistung tragen sie längst in sich, nur rausholen können und vor allem dürfen sie sie noch nicht. In ihnen liegt sie bereits. Ob jetzt Entwicklungshilfe dafür der Goldene Weg ist, kommt sicher auf deren Art an. Das ist wie Geburtshilfe: Die Klammer hat schlimme Konsequenzen, das warme Badewasser eher nicht. Auf jeden Fall wird aktiv beim Auspacken geholfen.

Oder aber: Foto-Entwicklung. Da geht es dann ins Berufliche. Erinnert ihr euch noch? Wie wir damals unsere 36 Bilder knipsten, und dann – magischer Moment – summte die Kamera los. Sie wickelte den Film auf. Damit wir ihn danach zur Entwicklung bringen konnten. Und eine unheimliche Freude empfanden (oder nicht, wenn was schiefgelaufen war), wenn wir die fertig entwickelten Bilder endlich betrachten konnten.

Dabei ist „fertig entwickelt“ eigentlich ein doofer Ausdruck, wenngleich richtig. Darf meinetwegen auch so sein, wenn es um die Fotos geht. Warum eigentlich Photoshop? Viel lieber möchte ich abgesehen davon Entwicklung als Prozess begreifen, als eine Art Endlos-Rolle. Entwicklung darf und soll, was uns selbst, die Welt, die Wissenschaft und andere angeht, doch nicht enden. Das würde ja ein Erstarren bedeuten. Und folglich doofe Verwicklungen.

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