Wortschatz: Migrationsvordergrund

Letztens ist mir das Wort „Migrationsvordergrund“ begegnet. Herrlich fand ich das. Da hat sich jemand mit sichtbarem Migrationshintergrund – nennen wir es dunkelhäutig – selbst so bezeichnet. Das ist ein wunderbarer Umgang mit all der furchtbar komplexen Political Correctness rund um dieses Thema.

Ich honoriere, dass sich die „Betroffenen“ nicht einfach vorwurfsvoll hinstellen und über Begrifflichkeiten lamentieren, sondern sich einfach mal mit einem Augenzwinkern mit der ganzen Problematik auseinandersetzen.

Denn zur Problematik ist der Zusammenhang zwischen Inhalt und Sprache hier längst geworden: Verurteile ich die Menschen mit Migrationshintergrund? Hasse ich gar die bösen, klauenden Zigeuner – äh – Sinti und Roma? Und erst diese Behinderten, nee, geistig Zurückgeblieben, ach nee, Menschen mit Spezialfähigkeiten!

Man muss so aufpassen, was man sagt, dass ich es als erleichternde Abwechslung empfinde, wenn ebendiese „Randgruppen“ oder meinetwegen auch „Minderheiten“ (wobei ich davon ausgehe, dass es sich bei vielen Minderheiten um vermeintliche handelt) selbst einen humorvollen Umgang anstreben. Denn nur sie dürfen damit anfangen. Der arisch aussehende Deutsche würde sofort verurteilt werden, selbst wenn er dasselbe ausdrückt.

Und so bin ich wahnsinnig dankbar, wenn ebendiese Menschen anfangen, denn jeder Anfang führt zu einer Weiterverbreitung und somit eventuell zu einer Lockerheit, die dringend mal wieder wünschenswert ist.

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