Wortschatz: im Stich lassen

Schon mal jemanden im Stich gelassen und deswegen ein schlechtes Gewissen? Zu Recht, liebe Freunde, das macht man nämlich wirklich nicht. Ihr habt wohl einen Stich, hm? Woher kommt aber dieser Stich eigentlich?

Wir könnten jetzt ein bisschen fantasieren. Jemanden im Mückenstich lassen. Gar nicht schön und sicher eine interessante Art der Folter, ist aber Quatsch. Jemanden betrunken unter dem angestochenen Bierfass liegen lassen und seinen Kater alleine auskurieren? Auch fies, aber genauso Unsinn.

Tatsächlich kommt die Redewendung aus den gar grausamen Zeiten des finsteren Mittelalters, in denen tapfere Helden in schwerer Rüstung auf ihren Hotte-Hüs um Ehre und Ansehen kämpften. Doch fielen sie bei einem Turnier von ihren Gäulen, dann hatten sie ein Problem: Während die Pferdchen zwar ihre Herrchen in gesamter metallischer Montur (er-)tragen mussten, konnten die Herren das selbst nicht. Lagen sie also am Boden, musste ihnen aufgeholfen werden, damit es weitergehen konnte mit der Ehrverteidigung. Hatte der Knappe aber keine Lust zu helfen (bzw. lag betrunken unterm angestochenen Fass), dann lieferte er seinen Ritter dem siegreichen „Stich“ des Gegners aus. Ehrenhaft war das dann natürlich für alle Beteiligten nicht.

Und die Moral der Geschicht‘? Lass deine Lieben im Stich nicht!

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