Die Leidenschaft, die Leiden schafft …

Warum ich den Zölibat für ein fruchtbar veraltetes Konzept halte …

Ich bin keine Religionswissenschaftlerin. Ich habe nicht mal die Bibel gelesen. Trotzdem maße ich mir jetzt einfach mal an, mir ein Urteil über den Zölibat zu bilden. Bäm.

Zölibat, das bedeutet erstmal Ehelosigkeit, in der katholischen Kirche aber eben auch, dass keinerlei sexuelle Handlungen ausgeführt werden sollen. So, wie Nonnen auch mit Gott oder Jesus verheiratet sind, und mit keinerlei irdischem Wesen zu schlafen haben. Die Damen und Herren, die sich für eine solch klerikale Karriere entscheiden, die schwören also den sexuellen Freuden ab. Zumindest in der Theorie. Und das ist die – passt auf, Riesenwortspiel! – Krux an der Sache.

Denn NATÜRLICH gelingt es nicht jedem, sich dieser Sinnesfreuden zu entziehen. Es gibt nicht umsonst schwangere Nonnen, jede Menge Gerüchte und Missbrauchsfälle ohne Ende.

Sich der Fleischeslust zu entziehen, ist ein riesiger Kraftakt, und ich werfe niemandem auf dieser Welt vor, daran zu scheitern. Der Geist ist willig, aber das Fleisch … Der Spruch hat mit Sicherheit seine Berechtigung. Und das ist auch in Ordnung.

Ich sehe das nämlich so: Gehen wir mal davon aus, dass es einen Gott gibt. Warum sollte der wollen, dass sich seine Bediensteten etwas entziehen, das er selbst geschaffen hat? Sexuelle Handlungen sind doch kein Akt des Teufels. Im Gegenteil. Ohne sie würde das mit dem „Mehret euch!“ ganz schön schwierig.

Die Kirche verlangt also auch heute noch von ihren Angestellten, dass sie auf etwas Göttliches und göttlich Gewolltes verzichten. Das empfinde ich als absurd.

Und ja, ich halte es für natürlich, dass sich die göttliche Lust Bahn bricht. Dass die Leidenschaft aus den Menschen herausbricht. Das ist doch was Schönes! Freie Liebe und so. Damit möchte ich keineswegs Missbrauch rechtfertigen. Ich sage lediglich, dass ich dessen Ursache nachvollziehen kann – nicht aber die Handlung selbst.

Mir erschließt sich einfach nicht, wie sich in unserer sich kulturell weiter entwickelnden Gesellschaft etwas so Basales so sehr vernachlässigt werden kann. Warum müssen Kirchenangehörige über ihren vermeintlich animalischen Trieben stehen? Warum etwas aufrechterhalten, was doch so offensichtlich zu nichts Gutem führt? Warum stürzt die Kirche da nicht nur Individuen in Verdruss und Verzweiflung, sondern schadet auch ihrem eigenen Image?

Liken und teilen:

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.